
Stuttgart, 31.08.2009 Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG) warnt weiterhin davor, dass die im Handel angebotenen Zöliakie-Schnelltests keine sichere Diagnose der Krankheit ermöglichen. Die Angaben des Herstellers, dass der Test bereits nach wenigen Minuten Aufschluss darüber gebe, ob die Testperson tatsächlich an Zöliakie leide, sei irreführend.
Schätzungsweise jeder 250. Deutsche ist von Zöliakie betroffen. Die Betroffenen müssen strikt auf glutenfreie Ernährung achten und dürfen deshalb nicht Produkte aus Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste oder Hafer zu sich nehmen. Die Schnelltests richten sich an Personen mit Symptomen, die auch bei Zöliakie auftreten etwa anhaltender Durchfall. Zeigt der Test ein positives Ergebnis, raten die Hersteller einen Arzt aufzusuchen. Ist der Test negativ und die Krankheitssymptome bleiben, ist die Empfehlung des Herstellers dieselbe.
Für eine sichere Diagnose sei jedoch nach wie vor eine Gewebeprobe des Dünndarms zwingend notwendig, erklärte die DZG am 31.08.2009. Erst nach einer Gewebeprobe des Dünndarms sei zweifelsfrei geklärt, ob beim Patienten eine Zöliakie vorliegen würde. Der Schnelltest könne, wenn überhaupt, lediglich als ein erster Indikator dienen. Weitere medizinische Folgeuntersuchungen seien in jedem Fall erforderlich. Der Test würde aber so bereits im Vorfeld einer solchen medizinischen Untersuchung unnötige Kosten für den Verbraucher verursachen. Die DZG rät deshalb grundsätzlich möglichen Betroffenen dazu, bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich direkt einen fachkundigen Arzt aufzusuchen.
Die Selbsthilfe-Organisation ist ein wichtiger Ansprechpartner für Zöliakiebetroffene. Seit ihrer Gründung 1974 hilft sie Zöliakiebetroffenen und unterstützt sie beim Umgang mit der chronischen Krankheit. Dazu gehören auch Tipps und Ratschläge für den Alltag von Herstellerlisten glutenfreier Produkte, Informationen zu Medikamenten und Kosmetik bis hin zu Restaurant- und Hoteltipps. Die DZG zählt deutschlandweit rund 36.000 Mitglieder
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