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Besonderheiten bei der Diagnostik:

Da viele Patienten auf der Suche nach der Ursache ihrer Beschwerden verschiedene Eliminationsdiäten ausprobieren, ist es besonders wichtig darauf zu achten, ob der Patient vor Beginn der Diagnostik ausreichend Gluten zu sich nimmt. Schon bei einer Reduktion unter 2 g am Tag sind bei 80 % der Zöliakiepatienten Endomysium-Antikörper negativ (1). Gleichermaßen gilt dies allerdings auch für die histologischen Veränderungen. Falls bereits Gluten in der Nahrung reduziert wurde, muss daher zur aussagekräftigen Diagnostik wieder Gluten konsumiert werden. Beim Erwachsenen sollten etwa 15 – 20 g Gluten am Tag verzehrt werden; dies entspricht 4 bis 5 Scheiben Brot und zusätzlich andere glutenhaltige Lebensmittel.

Bei der Serologie ist stets ein Gesamt-IgA-Wert mitzubestimmen. Da der IgA-Mangel unter Zöliakiebetroffenen 10 bis 15 mal häufiger ist als in der Gesamtbevölkerung und somit bei 2 bis 3 % der Zöliakiebetroffenen besteht, muss er immer mit ausgeschlossen werden.
Bei einem IgA-Mangel sind die dieser Immunklasse angehörenden Endomysium- und Transglutaminase-Antikörper falsch-negativ. In einem solchen Fall sollten dann die IgG-Antikörper gegen Transglutaminase und deamidierte Gliadinpeptide bestimmt werden.

Zur Beurteilung des Biopsieergebnisses sollten ebenfalls einige Punkte beachtet werden: Auch wenn sich in einigen Studien gezeigt hat, dass die Veränderungen unabhängig von der Entnahmestelle nachgewiesen werden konnten, sollten grundsätzlich 3 bis 5 Proben aus dem tiefen Duodenum/oberen Jejunum entnommen werden. Es gibt Hinweise, dass die Entnahme von Biopsien aus dem Bulbus duodeni einen zusätzlichen Nutzen in der Diagnostik der Zöliakie bringt (5). Die größere Anzahl von Proben ist notwendig, um bei so genannten patchy lesions, der nur stellenweise auftretenden Zöliakie-typischen Veränderung an der Schleimhaut, eindeutige histologische Ergebnisse zu erhalten.

Für den Pathologen ist bei der Beurteilung zu beachten, dass die Einbettung so erfolgt, dass eine orthograde Schnittführung durch die Zotten möglich ist. Bei tangentialen Schnitten kann eine Zottenverkürzung und -verplumpung vorgetäuscht sein (6).

Literatur:
(1) Fabiani E et al., Dietary compliance in screening-detected celiac disease adolescents. Acta Pediatr 1996; 412: 65-67
(2) Picarelli A et al., Identification of a new coeliac disease subgroup: antiendomysial and anti-transglutaminase antibodies of IgG class in the absence of selective IgA deficiency. J Intern Med. 2001 Feb;249:181-8
(3)Villalta D, Tonutti E, Prause C Koletzko S, Uhlig HH, Vermeersch P, Bossuyt X, Stern M, Laass MW, Ellis HJ, Ciclitira PJ, Richter T, Daehnrich C, Schlumberger W, Mothes T. IgG-antibodies against deamidated gliadin peptides for diagnosis of celiac disease in patients with IgA-deficiency. Clin Chem 2010; 56:464-8
(4) Abrams JA et al., Seronegative celiac disease: Increased prevalence with lesser degrees of villous atrophy. Dig Dis Sciences 2004; 49: 546-550
(5) Vogelsang H et al., Diagnostic duodenal bulb biopsy in celiac disease. Endoscopy 2001; 33: 336-340
(6) Henker J et al., Pitfalls in Diagnosis of Celiac Disease. Z Gastroenterol 2008; 46: 675-680