Diagnostik

Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich die Diagnosekriterien durch verbesserte Untersuchungsmethoden verändert. Heute orientieren sie sich an den ESPGHAN-Kriterien, die erstmals 1969 formuliert und 1990 in ihre jetzt bestehende Form revidiert wurden.

Diese fordern für eine eindeutige Diagnose

  • den Nachweis von Zöliakie-typischen Veränderungen in der Duodenalbiopsie vor Diätbeginn und
  • die klare Besserung der Symptome unter glutenfreier Ernährung.

Die Zöliakie-Serologie stellt ein sehr wichtiges diagnostisches Instrument beim Screening auf eine Zöliakie dar, kann aber nicht als alleinige Basis für die Diagnose herangezogen werden. Dies gilt für jeden Altersbereich. Da durch eine glutenarme bis -freie Ernährung die Antikörperkonzentration absinken kann und sich auch die histologischen Veränderungen zurückbilden können, ist es unerlässlich für eine sichere Diagnose, keine Versuche mit einer glutenfreien vor der Diagnostik zu empfehlen bzw. in einem gewissen zeitlichen Abstand (10-12 Wochen) wieder Gluten in ausreichender Menge zu verabreichen.

Weitere Dünndarmbiopsien werden nur bei bei unsicherer Diagnose oder ungenügendem Ansprechen auf die streng glutenfreie Ernährung empfohlen. Die Empfehlungen der DZG zur Diagnostik bei Verdacht auf Zöliakie und zur Verlaufskontrolle bei bestätigter Zöliakie können hier (Flyer Nr. 0066) eingesehen werden.

Bei den folgenden Personengruppen besteht ein erhöhtes Risiko, eine Zöliakie zu entwickeln. Daher sollte bei Ihnen gezielt eine entsprechende Diagnostik durchgeführt werden:

  • Erstgradige Verwandte: bei Diagnosestellung eines Familienmitglieds Anamneseerhebung und Antikörperscreening (IgA-Antikörper gegen Gewebstransglutaminase (TTG) und/oder Endomysium (EmA), Gesamt-IgA-Konzentration im Serum (bei IgA-Mangel IgG-Antikörper gegen TTG und/oder EmA).
    Wiederholung bei unauffälligen Befunden und Symptomfreiheit etwa alle 5 Jahre (Ausschluß einer silenten Zöliakie)
  • Patienten mit bekannter Autoimmunerkrankung (Diabetes mellitus Typ 1, autoimmune Schilddrüsenerkrankungen, Gastritis, autoimmune Lebererkrankungen): IgA-Antikörper gegen Gewebstransglutaminase (TTG) und/oder Endomysium (EmA), Gesamt-IgA-Konzentration im Serum (bei IgA-Mangel IgG-Antikörper gegen TTG und/oder EmA).
    Wiederholung bei unauffälligen Befunden und Symptomfreiheit etwas alle 2 Jahre (Ausschluß einer silenten Zöliakie).
  • Weitere: Patienten mit Down-Syndrom, Ullrich-Turner-Syndrom

Literatur:
(1) Abdulkarim AS, Murray JA Review: The Diagnosis of Coeliac Disease. Aliment Pharmacol Ther 2003; 17:987-995