DZG Informiert
Die Autoimmunerkrankung Zöliakie/Sprue beruht auf einer lebenslangen Unverträglichkeit des Organismus gegenüber dem Klebereiweiß Gluten, das in den Getreidesorten Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste und Hafer vorkommt.
Zöliakie und Sprue sind Bezeichnungen für ein und dieselbe Erkrankung: sie kann sich im Kindesalter manifestieren und wird dann Zöliakie genannt, kann aber auch erst im Erwachsenenalter auftreten, dann sprechen Internisten von Sprue. Heute benutzt man auch bei den Erwachsenen immer häufiger Zöliakie.
Das Krankheitsbild Zöliakie (beim Erwachsenen auch noch Sprue genannt) ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms, die auf einer lebenslangen Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten beruht. Gluten kommt vor allem in den Getreidearten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer vor.
Aus aktuellem Anlass:
Zöliakie und Impfung gegen die Neue Grippe Influenza A (H1N1) Gemäß den Empfehlungen stellt die Zöliakie keine Erkrankung dar, die besonders bevorzugt gegen die Neue Grippe geimpft werden sollte. Die Risikogruppen sind Patienten, die unter den folgenden Erkrankungen leiden: Chronische Bronchitis, Asthma bronchiale, chronische Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen, Zuckererkrankung, ausgeprägte Adipositas, Multiple Sklerose (deren Schübe durch Infektionen ausgelöst werden), bestimmte Immundefekte, HIV-Infektion und ähnliche Erkrankungen, die erwarten lassen, dass die Neue Grippe schwer verläuft.
Liegen zusätzlich zur Zöliakie Erkrankungen wie oben angegeben vor, ist im Einzelfall mit dem betreuenden und impfenden Arzt abzusprechen, ob die Impfung durchgeführt werden soll.
Bei bekannter Hühnereiweißallergie ist das Vorgehen ebenfalls mit dem Impfarzt abzuklären. Die Unverträglichkeit gegenüber Gluten stellt hingegen keine Einschränkung für die Impfung dar. Auch eine bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Thiomersal oder Quecksilber sollte mit dem impfenden Arzt vorab besprochen werden.
Im Zusammenhang mit der Impfung wird befürchtet, dass vermehrt Autoimmunerkrankungen ausbrechen könnten. Das muss man sagen, dass die Zöliakie selbst nur durch erneute Zufuhr von Gluten stimuliert werden kann, hierbei also keine Verschlechterung nach einer Impfung zu erwarten wäre. Bei anderen Autoimmunerkrankungen ist stets abzuwägen, dass auch durch eine Infektion ein Latenzzustand in eine manifeste Erkrankung umschlagen oder ein neuer Schub einer bereits bestehenden Erkrankung ausgelöst werden kann. Dies muss je nach bisherigem Verlauf der Erkrankung mit dem behandelnden Arzt diskutiert werden.
Eine weitere Verunsicherung gegenüber der Impfung trat durch Diskussion über den Begleitstoff Squalen auf, der im Zusammenhang mit dem Golfkriegssyndrom bei amerikanischen Veteranen des 1. Golfkrieges gebracht wurde. Aus einer Stellungnahme des Paul-Ehrlich-Instituts (http://www.pei.de/cln_116/nn_1715010/DE/infos/fachkreise/impf-fach/schweineinfluenza/sicherheit-pand-impfstoff/stellungnahme-sicherheit-squalen.html) geht hervor, dass es hierfür derzeit keine stichhaltigen Beweise gibt. Squalen wird bereits seit 1997 weltweit in Grippeimpfstoffen verwendet, ohne dass es bisher zu entsprechenden Reaktion geführt hatte.
Wissenswertes Fakten zu medizinischen Fragen rund um Zöliakie/Sprue