Segelfreizeit

Am 8. August 2009 trafen wir uns kurz vor Mittag im Hafen von Enkhuizen (Holland) direkt an der Anlegestelle der Eersteling, dem zweimastigen Segelschiff, auf dem wir die Woche vom 8. bis zum 14. August 2009 gemeinsam verbrachten. Wir, das sind 18 Teilnehmer und zwei Betreuerinnen der Segelfreizeit. Als erstes wurden die Essensvorräte und die Getränke an Bord gebracht und dort sicher verstaut. Danach folgten die Belegung der Kajüten und das Verstauen des Gepäcks, was sich angesichts des Platzmangels als gar nicht so einfach erwies. Letztlich schafften wir es aber doch alle und konnten anschließend zur offiziellen Begrüßung an Deck kommen. Dort wurden wir alle mit orangefarbenen T-Shirts und Namensschildern ausgestattet, denn bisher kannten sich nur wenige von uns untereinander. Als sichergestellt war, dass auch wirklich alle an Bord waren, konnte es auch schon losgehen. Gaby, die Skipperin und Jeroen, der Matrose stellten sich vor und waren uns von Anfang an sehr sympathisch. Die wichtigsten Regeln wurden bekanntgegeben, dann folgte eine erste kleine Einführung in die Künste des Segelns. Und bevor wir uns umschauen konnten, waren wir schon eingespannt in die Arbeit an Bord, und die Eersteling hatte abgelegt. Unser erstes Etappenziel hieß Lelystad, ein sehr kleiner Ort im Osten des Ijsselmeeres, wo wir dank ausreichendem Wind auch zeitig ankamen.

Den Abend verbrachten wir auf dem Schiff, da bereits alle Läden und das in der Nähe des Hafens gelegene Feriendorf geschlossen hatten. Nach einer geruhsamen Nacht und einem Erwachen begleitet vom Blick auf relativ ruhiges Wasser stärkten wir uns, bevor wir in Richtung Stavoren ablegten, mit einem ausgiebigen Frühstück. Der Tag stellte sich als fast windstill heraus, sodass wir nur im Schneckentempo vorankamen. Da wir nicht viel zu arbeiten hatten, genossen wir die Zeit an Deck, sonnten uns und lasen oder schliefen in der Sonne. Manche Teilnehmer entdeckten an diesem Tag auch zum ersten Mal die Vorzüge des Klüvernetzes, welches sich am Bug des Schiffes befand und sich wunderbar als Hängematte eignete.


In Stavoren angekommen gab es dann, bevor die meisten müde in ihre Betten fielen, ein ausgiebiges Abendessen. Der nächste Tag begann mit wunderschönem Wetter und der Aussage unserer Skipperin, dass wir heute auf dem Wattenmeer trockenfallen würden. So passierten wir den Damm zwischen Ijsselmeer und Nordsee und schafften es tatsächlich auf einer Sandbank aufzulaufen. Wir konnten dann vom Schiff aus im Watt spazieren gehen, wo Jeroen uns die verschiedenen Tiere, die dort zu finden waren, zeigte. Ein Highlight für viele von uns waren dabei die Seehunde, die sich auf einer Sandbank ein Stück abseits der Fahrrinne tummelten. Nach einem Tag auf der Nordsee und einer Nacht im Hafen der Insel Texel kehrten wir aufs Ijsselmeer zurück und legten am frühen Nachmittag im Makkumer Hafen an. Da das Wetter so gut war, gingen einige schwimmen, andere schauten sich die kleine etwas ältere und verträumte Stadt an.

Der vorletzte Tag begann etwas später, da wir nicht wie die Tage zuvor in erster sondern in zweiter Reihe lagen und somit auf die Abfahrt des vor uns liegenden Schiffes angewiesen waren. Nachdem wir jedoch losgekommen waren, hatten wir einen wunderschönen Tag auf dem Weg nach Medemblik. Bevor wir im dortigen Hafen anlegten, ankerten wir auf offener See wo einige die Gelegenheit nutzten und ein paar Runden um die Eersteling schwammen. Den letzten Abend verbrachten wir dann mit einem reichhaltigen Buffet und einigen lustigen Aktionen, bei denen unter anderem unser Matrose „99 Luftballons“ von Nena zum Besten geben musste. Die Woche endete viel zu früh mit einer letzten Etappe von Medemblik zu unserem Ausgangsort Enkhuizen, auf der das Deckschrubben eher einer Wasserschlacht glich und einige von uns ordentlich nass wurden.
Alles in allem war es eine wunderschöne Woche mit super Wetter und vielen netten Leuten. Bedanken wollen wir uns bei Tine und Michi für die gute Organisation, und bei unserer Skipperin und unserem Matrosen dafür, dass sie uns sicher über das Ijsselmeer und die Nordsee gesteuert haben.