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Biopsie

Ein wichtiges Kriterium in der Zöliakiediagnostik ist weiterhin die Dünndarmbiopsie. Heutzutage wird die Dünndarmbiopsie meist über eine Ösophagogastroduodenoskopie gewonnen. Dabei sollten mindestens 5 – 6 Proben von verschiedenen Stellen vom Bulbus duodeni bis oberes Jejunum entnommen werden. Auch wenn die serologischen Tests immer zuverlässiger werden, sind sie nicht immer ausreichend, um eine Erkrankung, die eine lebenslange Diät zur Folge hat, sicher und eindeutig zu diagnostizieren.

Gemäß den Leitlinien wird nur noch eine Biopsie vor der Ernährungsumstellung gefordert. Kontrollbiopsien unter Diät und routinemäßige Glutenbelastungen sind nur bei zweifelhafter Diagnose, schlechtem Ansprechen auf die Diät und auf dringenden Wunsch des Patienten notwendig.
Die Endoskopie hat gegenüber der früher üblichen Saugbiopsie den großen Vorteil, dass die Schleimhaut direkt begutachtet werden kann. Die Beurteilung, ob mit einer Zöliakie zu vereinbarende Veränderungen vorliegen, sollte jedoch letztendlich durch den Pathologen erfolgen. Abgeflachte oder rarefizierte Dünndarmfalten bzw. ein mosaikartiges Muster der Schleimhaut sind keine spezifischen Charakteristika der Zöliakie und insbesondere bei geringer ausgeprägten Veränderungen nicht zwingend vorhanden.

Die Einteilung der Schleimhautveränderungen sollte gemäß der durch Oberhuber modifizierten Marsh-Kriterien (1+2) erfolgen. Die typischen, wenn auch nicht für die Zöliakie spezifischen Zeichen sind:

• Vermehrung der intraepithelialen Lymphozyten über 30/100 Epithelzellen
• Kryptenhyperplasie
• Partielle bis totale Zottenatrophie
• Lympho-plasmazelluläre Infiltration der Lamina propria

Die Veränderungen reichen von der Infiltration des Epithels mit Lymphozyten ohne Veränderungen der Gesamtarchitektur (Typ 1) bis hin zur vollständigen Abflachung der Zotten mit deutlicher Kryptenhyperplasie (Typ 3 c).

Schematische Darstellung der Marsh-Typen:
Schematische Darstellung der Marsh-Typen
  • Typ I Infiltrativer Typ:
    • Erhöhung der intraepithelialen Lymphozyten (>30/100 EZ), normale Schleimhautarchitektur
  • Typ II Hyperplastischer Typ:
    • Kryptenhyperplasie, erhöhte intraepitheliale Lymphozyten, Zottenrelief unauffällig
  • Typ III a-c Destruktiver Typ:
    • Zottenverplumpung / -abflachung, Kryptenhyperplasie, erhöhte intraepitheliale Lymphozyten, entzündliches Infiltrat in Lamina propria

Literatur:
(1) Marsh MN et al., Morphology of the mucosal lesion in gluten sensitivity. Baillieres Clin Gastroenterol. 1995 Jun;9(2):273-93
(2) Oberhuber G et al., Empfehlungen zur Zöliakie- / Spruediagnostik. Pathologe 2001; 22:72-81