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Typ 1 Diabetes und Zöliakie

Diabetes mellitus ist eine lebenslange Stoffwechselstörung, bei der der Körper entweder zu wenig oder kein Insulin mehr bildet (Typ-1-Diabetes, früher als jugendlicher Diabetes bezeichnet) oder bei der das Insulin zu wenig wirkt (Typ-2-Diabetes, früher: Altersdiabetes).

In Deutschland sind heute mindestens 5 % der Bevölkerung von Diabetes betroffen; allerdings haben nur 10 % von diesen einen Typ-1-Diabetes. Während Typ-2-Diabetiker meist mit Diät allein oder zusätzlich Tabletten und/oder Insulin behandelt werden, besteht beim Typ-1-Diabetes die hauptsächliche Therapie in der Zufuhr des fehlenden Insulins (üblich: intensivierte Therapie, Basis-Bolus-Therapie, Pumpen-Therapie).

Von Zöliakie sind in der Normalbevölkerung nur ca. 0,2 – 0,4% betroffen, bei Typ-1-Diabetikern ist diese Zahl bedeutend höher: ca. 5 bis 7% aller Typ-1-Diabetiker haben auch Zöliakie, und ebenso leiden ca. 5 % der Zöliakiepatienten unter Diabetes mellitus. Die häufige Assoziation zwischen beiden Erkrankungen liegt an der gemeinsamen genetischen Grundlage. Dabei wird der Diabetes meist vor der Zöliakie entdeckt und ist mit den typischen Symptomen schnell und einfach diagnostizierbar; die Zöliakie verursacht dagegen oft eher milde Symptome, die nicht oder erst spät als Zöliakie erkannt werden. In vielen Kliniken werden Typ-1-Diabetiker inzwischen regelmäßig auf Zöliakie-Antikörper untersucht. Seltener wird erst die Zöliakie und dann erst der Typ-1-Diabetes festgestellt.

Bei Typ-2-Diabetikern kommt die Zöliakie nicht häufiger vor als in der Normalbevölkerung – durch die steigenden Zahlen beim Typ-2-Diabetes könnte die Gruppe der Patienten mit Typ-2-Diabetes und Zöliakie jedoch anwachsen und wegen der dann nötigen Diät mehr Aufmerksamkeit verlangen. Typ-1-Diabetes ist eine Erkrankung, bei der man mit den heutigen Möglichkeiten sowie einer guten Schulung und ärztlichen Betreuung als Betroffener sehr viel selbst tun kann, um möglichst viel Flexibilität und Lebensqualität zu erhalten. Glücklicherweise gibt es die starre Diabetesdiät von früher heute für diese Gruppe nicht mehr – für Typ-1-Diabetiker gelten die gleichen Regeln für eine gesunde Mischkost wie für alle Menschen. Haushaltszucker ist in der heutigen Diabetestherapie nicht mehr tabu, Voraussetzung hierfür ist jedoch eine gute Schulung bei einem guten Diabetologen/Diabeteszentrum.

Die Liberalisierung der Diabetesdiät erleichtert dem Typ-1-Diabetiker mit Zöliakie die tägliche Ernährung sehr: Er kann z.B. beim Kuchenbacken normalen Zucker verwenden und kann sich daher verstärkt um die Schwierigkeiten des glutenfreien Backens kümmern – solange er das Insulin richtig dosiert. Das gleiche gilt auch für die anderen mit Zucker gesüßten glutenfreien Nahrungsmittel, so dass der Speiseplan viel abwechslungsreicher gestaltet werden kann als früher. Im Gegensatz zum Nur-Zöliakie-Betroffenen muss der Mensch mit Diabetes und Zöliakie nicht nur über die Glutenfreiheit, sondern auch über die enthaltene Kohlenhydratmenge Bescheid wissen und wie schnell das Lebensmittel auf den Blutzucker wirkt, um entsprechend Insulin dosieren zu können. Manche glutenfreien Produkte wirken z.B. durch einen höheren Stärkeanteil schneller oder anders auf den Blutzuckerspiegel, weshalb der Betroffene anders darauf reagieren muss als z.B. auf die vorher gewohnten glutenhaltigen Vollkornprodukte.

Bei Kindern wird heutzutage bereits bei der Diabetes-Ersteinstellung eine so genannte intensivierte Insulintherapie durchgeführt. Diese beinhaltet eine patientenbezogene Anpassung des Insulins an die Mahlzeiten. Hierdurch gewinnt der Patient Freiheit in Bezug auf die Mahlzeitengröße und den Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme. Dies ist gerade bei Kindern sehr wichtig, damit bei ihnen der Tagesablauf individuell gestaltet werden kann. Bei zusätzlicher Zöliakie muss neben dem Kohlenhydratgehalt entsprechend auch auf die Glutenfreiheit geachtet werden. Jedoch sind auch hier zuckerhaltige Lebensmittel in den Diätplan integriert. Das Kind und seine Eltern sollten durch Schulung und Erfahrung in der Lage sein, eigenverantwortlich die Insulindosis anzupassen.

Um den Menschen mit Diabetes und Zöliakie den Erfahrungsaustausch zu erleichtern, gibt es in der DZG-Geschäftsstelle eine Adressdatei mit Namen und Anschriften von anderen Doppelt-Betroffenen, die uns die Erlaubnis zur Bekanntgabe ihrer Adresse gegeben haben. Mitglieder mit beiden Erkrankungen können sich ebenfalls in diese Datei eintragen lassen und erhalten dann eine Liste mit den Namen und Adressen dieser Menschen.