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Die Kennzeichnung von Lebensmitteln

Im Dezember 2011 wurde auf europäischer Ebene die Lebensmittelinformationsverordnung VO (EU) Nr. 1169/2011 beschlossen. Sie regelt europaweit einheitliche Lebensmittel- und Nährwertkennzeichnungen.
In Anhang II der Lebensmittelinformationsverordnung werden Stoffe und Erzeugnisse aufgeführt, die Allergien oder Unverträglichkeit auslösen und gekennzeichnet werden müssen. Die im Rahmen der “Allergiekennzeichnung” anzugebenden Zutaten sind in der nachfolgenden Übersicht laut „Anhang II” aufgeführt:

  • Glutenhaltiges Getreide (das heißt Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut® (Khorasan-Weizen) oder Hybridstämme davon) sowie alle daraus hergestellten Erzeugnisse
  • Krebs und Krebstiererzeugnisse
  • Eier und Eiererzeugnisse
  • Fisch und Fischerzeugnisse
  • Erdnüsse und Erdnusserzeugnisse
  • Soja und Sojaerzeugnisse
  • Milch und Milcherzeugnisse (einschließlich Laktose)
  • Schalenfrüchte (das heißt Mandel, Haselnuss, Walnuss, Kaschunuss, Pecannuss, Paranuss, Pistazie, Macadamianuss und Queensland sowie daraus hergestellte Erzeugnisse)
  • Sellerie und Sellerieerzeugnisse
  • Senf und Senferzeugnisse
  • Sesamsamen und Sesamsamenerzeugnisse
  • Schwefeldioxid und Sulfite in einer Konzentration von mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/l, als SO2 angegeben
  • Lupinen und Lupinenerzeugnisse
  • Weichtiere und Weichtiererzeugnisse

Es handelt sich hier um eine für alle EU-Mitgliedsstaaten gültige Rechtsvorschrift. Die Kennzeichnungsvorschrift hat seit 2014 auch Gültigkeit für lose abgegebene Ware.

Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde hat folgende Erzeugnisse von der Allergenkennzeichnungspflicht für Gluten/glutenhaltige Erzeugnisse ausgenommen:

  • Glukose auf Weizenbasis ¹
  • Maltodextrine auf Weizenbasis ¹
  • Glukosesirup auf Gerstenbasis
  • in Destillaten für Spirituosen verwendetes Getreide

¹: und alle daraus gewonnenen Erzeugnisse, wenn die Allergenität des Ursprungserzeugnisses durch den Produktionsprozess nicht erhöht wird.

Die Ausnahmen, ebenso wie die Liste der “allergieauslösenden” Lebensmittel werden unter Bezug auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse regelmäßig überprüft und ggf. aktualisiert.

In einigen Zutatenlisten sind im Zuge der erweiterten Allergenkennzeichnung glutenhaltige Bestandteile trotz der Ausnahmeregelung genannt. In diesen Fällen wird das Ausgangsmaterial wie z. B. Weizen direkt hinter der Zutat aufgeführt. Die vorstehend genannten Stärkezucker sind glutenfrei.

Glutenhaltige Bestandteile werden z.T. auch bei fermentierten oder hydrolysierten Produkten angegeben. Bei einer Totalhydrolyse werden die glutenhaltigen Eiweißbestandteile vollständig zu Aminosäuren abgebaut. Dagegen ist der Eiweißabbau bei der Fermentation oder Teilhydrolyse nur unvollständig und es ist nicht auszuschließen, dass im Endprodukt noch zöliakieaktive Peptide vorhanden sind. In diesen Fällen ist das Ausgangsmaterial in runden Klammern hinter der Zutat aufgeführt., z.B. bei Würzen.

Einige Hersteller haben der DZG versichert, dass ihre Produkte glutenfrei sind, trotz der Angabe glutenhaltiger Bestandteile auf der Zutatenliste. Diese Produkte sind in der “Aufstellung glutenfreier Lebensmittel” aufgeführt und besonders gekennzeichnet.