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Dünndarmbiopsie und Histologie nach Marsh

Bei der histologischen (feingeweblichen) Untersuchung der Schleimhautbiopsate durch den Pathologen sollte bei Verdacht auf eine Zöliakie auf bestimmte Charakteristika geachtet werden. Die Entstehung des typischen Schleimhautbildes bei Zöliakie ist eine kontinuierliche Entwicklung. Sie reicht von einer Vermehrung der Entzündungszellen bei regelgerechtem Schleimhautaufbau (Typ1) hin bis zur kompletten Abflachung des Schleimhautreliefs (Typ 3c).
Besonders typisch ist dabei der Nachweis einer deutlichen Vermehrung so genannter intraepithelialer Lymphozyten (IELs). Allerdings können sämtliche Veränderungen, die verdächtig für eine Zöliakie sind, auch bei anderen Erkrankungen gefunden werden. Daher spielen zusätzlich immer das Beschwerdebild, die Antikörperuntersuchung und das Ansprechen auf die glutenfreie Ernährung eine wichtige Rolle und im Einzelfall auch die genetische Untersuchung.

Die Biopsien werden im Rahmen einer Magen-Darmspiegelung entnommen, bei der mindestens 5 – 6 Proben aus verschiedenen Regionen des Zwölffingerdarms entnommen werden. Wichtig ist dabei auch die Entnahme einer Probe aus dem Bereich, de sich direkt hinter dem Magen befindet, dem so genannten Bulbus duodeni. Manchmal finden sich nur an dieser Stelle die Veränderungen der Schleimhaut. Um eine möglichst sichere Aussage treffen zu können, ob eine Zöliakie vorliegen könnte, sollte noch keine Ernährungsumstellung gemacht werden, da sich die feingeweblichen Veränderungen durch die glutenfreie Diät zurückbilden.

Der britische Pathologe Michael N. Marsh hat die Übergänge der Schleimhautveränderungen klassifiziert. Die verschiedenen Kategorien dienen zur Einteilung des Schweregrades der Schleimhautläsion (siehe auch Abbildung). Für eine Diagnose der Zöliakie ist zumindest eine Veränderung der Schleimhaut nach Typ 2 notwendig und stellt ein wichtiges Kriterium dar, das zur sicheren Diagnose Zöliakie benötigt wird.

Typ 0: IEL < 40, Krypten normal, Zotten normal
Typ 1: IEL > 40, Krypten normal, Zotten normal
Typ 2: IEL > 40, Krypten hyperplastisch, Zotten normal
Typ 3a: IEL > 40, Krypten hyperplastisch, Zotten leicht verkürzt
Typ 3b: IEL > 40, Krypten hyperplastisch, Zotten stark verkürzt
Typ 3c: IEL > 40, Krypten hyperplastisch, Zotten fehlen ganz

Erläuterungen:

IEL: weiße Blutkörperchen in der obersten Deckschicht der Schleimhaut
Krypten: Schleimhautvertiefungen
Zotten: Schleimhautfalten
hyperplastisch: verlängert


Schematische Darstellung der Veränderungen an der Darmschleimhaut entsprechend der Marsh-Klassifikation.